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Archiv vom März 2006



Inhalt:

auris subtilis und Duo Amoratado |
Tipp des Monats | D-I-E Serie und die Gewinner ...


CHEMNITZ
DRESDEN
ERFURT / JENA / WEIMAR


LESESTOFF - „Aus der Achse geworfen“


Gafik von Veronica Seidel


Den Frühling am Schwarzen Meer
erleben und Tango tanzen?


HALLE
LEIPZIG
anderswo / PRAG


„Erinnerungen an Manuel Pizarro“

Gestaltung der Zeichnungen und Grafiken
durch Veronica Seidel


Artikel

auris subtilis
und Tango Amoratado

„Tango Amoratado - das sind Jürgen Karthe und Fabian Klentzke – Zwei auf der Suche nach der Sehnsucht ...
Aus einer Spiellaune und aus der Leidenschaft für den argentinischen Tango heraus gründeten sie im Herbst 2000 das Duo Amoratado - dunkelvioletter Tango - für Bandoneon und Klavier. Die Arbeit im Sexteto Andorinha, die Lust am Spiel, die Freude am Improvisieren, am unmittelbaren Reagieren aufeinander, brachte die beiden auf die Idee, ihre Spielfreude zu zweit zu versuchen. Ein Spiel auf der Suche nach einem lebendigen, kraftvollen Tango voller Überraschungen. Dabei entsteht eine ganz eigene, mit der Tradition fest verbundene Interpretation des Tango.“ Mit der neuen CD aus dem Hause des Chemnitzer Labels „auris subtilis“ positioniert sich „Tango Amoratado“ als spielfreudiges sehr gut tanzbares Duo mit einem sehr reichen Repertoire.

Die CD erschien beim Label auris subtilis (www.auris-subtilis.de) und ist unter anderem erhältlich: in Chemnitz im tietzCAFÉ, im Weltladen des DAStietz; in Dresden: Sweetwater Recordstore Dresden und Leipzig: opus61

D-I-E Serie und
die Gewinner des Preisausschreibens

Im vergangenen Jahr waren sie aufgerufen, an einem Preisausschreiben mit zu schreiben und ihre beste Geschichte einzusenden. Es sollte aber nicht nur irgendeine Geschichte sein, sondern eine Tangokriminalgeschichte. Es waren nicht hunderte Zusendungen, dafür sehr Erlesene. In dem Preisausschreiben der besten Tangokriminalgeschichte gewann die Autorin mit der Geschichte „Tango Reductino“ gefolgt von der Autorin mit der Kriminalgeschichte „Soledad de Solteria – Einsamkeit vom Alleinsein“. Den dritten Platz bei diesem Kopf an Kopf-Rennen gewann die Autorin mit der Geschichte „Der Milongamörder“. Die TANGOZEIT dankt Ihnen für Ihre Teilnahme. Desweiteren möchte wir den Unterstützern danken, die da waren: Der Tangogoladen (www.tangoladen.de) und die Buchhandlung Wittwer

Haben Sie eine Meinung und möchten diese mitteilen
www.tangozeit.de/forum .

Den Frühling am Schwarzen Meer
erleben und Tango tanzen?

Der folgende Artikel entstand auf der Grundlage eines e-Mail-Wechsels zwischen Olga Vorozhtsova und dem Autor des Artikels.
Auf alle meine „Wieso, Weshalb, Warum“ antwortete mir Olga Vorozhtsova sehr herzlich und freudestrahlend. Sie selbst kam zum Tango während einer Dienstreise nach Kiew. Seither versucht sie so oft wie möglich an den mittlerweile viermal wöchentlich stattfindenden Milongas in Kiew teilzunehmen.
Die Geschichte des Kiewer Tangos ist durchaus filmreif. Ein deutscher Architekt, der schon etwas länger Tango Argentino tanzte, war auf einer Dienstreise nach Kiew und fühlte sich einsam. Wie es so kam, organisierte dieser die erste Milonga und Kurse . Nach dem Beginn zwischen 2002/2003 fanden sich bald sehr viele Interessierte und Begeisterte, die nach dem gewissen Etwas, dem Sinnlichen und dem Unheimlichen dieses Tanzes suchten. Die Anzahl der Tangueras und Tangueros der Szene in Kiew lässt sich problemlos mit hiesigen Großstadtverhältnissen vergleichen.
Die „Tangowelle“ schlug 2003 solche Wogen, dass die Schauspieler des Kiewer Theaters ein Tango-Musical inszenierten, dass sie bis heute aufführen. Nach der Abreise des deutschen Architekten war es vor allem Elena Dopiro, die durch sehr viel Einsatz den Tango in Kiew weiterleben ließ.
Wie schon erwähnt, gibt es heute vier Milongas wöchentlich, diverse Tangokurse immer wieder auch mit argentinischen Lehrern und Practica.
Die Idee des ersten Tangofestivals entstand während eines Urlaubes 2005 von Elena Dopiro mit Freunden auf der Krim.
Sie entdeckten: „Tango tanzt sich hier irgendwie anders, dass Meer, die Sonne, das Zauberhafte der Krimküste, die die Gefühle schärfer machen und zum Tango bestens passen.“ Die zwanzig Organisatoren aus Kiew, Moskau und Dnepropetrowsk rotieren seit geraumer Zeit, um ihnen einen wunderbaren Frühling, einen Tangofrühling auf der Krim zu bieten. Damit sind sie liebe LeserInnen herzlich eingeladen, denn, so Elena Dopiro: „Die Krim war und bleibt Begegnungsort vieler Kulturen und Nationen und ist ausgezeichnet geeignet für solche Events wie unsere Krim-Ferien!“

Ihr Kontakt und weitere Modalitäten zum Festival sowie bestens recherchierte Reiseinformationen, wie Visa, Unterkunft etc. finden sie unter www.milonga.kiev.ua


Erinnerungen an Manuel Pizarro
Manuel Pizarro *23. November 1895 (Buenos Aires) - † 10. November 1982 (Nizza)

Wahrscheinlich ist vielen Tänzern der Name Manuel Pizarro nicht ganz so bekannt wie z. Bsp. Juan D’Arienzo oder Anibal Troilo. Dennoch ist er einer der wichtigen Vertreter des Tango Argentino, und die „Tangozeit“ möchte ihn euch kurz vorstellen.
 
Manuel Pizarro wurde am 23.11.1895 in Buenos Aires geboren.  Mit 14 Jahren begann er das Bandoneonspiel beim berühmten Maestro Juan Maglío Pacho zu erlernen.
Sein Debüt als Bandoneonist gab er 1913 im „Café Gariboto“ in Buenos Aires.
In der Folgezeit spielte er häufig auf so genannten „Bailongos“, spontanen Tanzveranstaltungen, und war Mitglied verschiedener Formationen.
1915 spielte er zusammen mit Francisco Canaro und Negro Ortíz in einem Trio, gleichzeitig auch im Orchester Tipicá Pacho, und wenig später gründete er sein erstes Instrumentalquartett.
Der nächste Abschnitt seiner Musikerkarriere war die Arbeit im Orchester Tipicá Eduardo Arolas (1918-1919), bevor er schließlich seine eigene Gruppe gründete. Gemeinsam mit Genaro Espósito formierte Pizarro das Orchester Tipica Genaro- Pizarro, mit welchem er 1920 nach Frankreich reist, mitten hinein in den europäischen Tangoboom.
Das Orchester spielt zunächst im Cabaret „Tabarin“ in Marseille, später dann in Paris. Pizarro wurde Eigentümer des Vergnügungstempels „El Garrón“ und trug von dort aus seinen Anteil zur Popularisierung des Tango in Europa bei. Er war damit überaus erfolgreich und wurde auch der „Botschafter des Tango“ genannt. Das Orchester nahm zahlreiche Schallplatten auf und unternahm mehrere Konzertreisen. Manuel Pizarro starb 1982 in Nizza.
 
 
Quelle: Todotango, Egon Ludwigs Tangolexikon